Welcher Durchmesser geflochtener Schnur und wann?
In der Welt des Raubfischangelns gab es eine Revolution, die alles verändert hat: die Einführung geflochtener Schnüre, auch bekannt als Dyneema. Während wir früher massenhaft mit dicken, dehnbaren Nylonschnüren fischten, ist Dyneema heute der Standard für den modernen Raubfischer.
Doch warum ist sie so viel besser, und welchen Durchmesser braucht man wirklich für den Meterhecht oder den vorsichtigen Barsch?
Warum Dyneema statt Nylon?
Der größte Unterschied liegt in der Konstruktion. Nylon ist ein einziger Faden (Monofilament), während Dyneema aus hauchdünnen Fasern besteht, die extrem dicht miteinander verflochten sind.
1. Keine Dehnung = Maximale Kontrolle
Der größte Vorteil von Dyneema ist, dass es keine Dehnung hat. Bei Nylon kann die Dehnung bis zu 25 % betragen. Angeln Sie auf 20 Meter Entfernung? Dann müssen Sie bei Nylon einen enormen Anhieb setzen, um den Haken zu setzen. Bei Dyneema sitzt jeder Biss sofort.
2. Extreme Empfindlichkeit
Da die Schnur nicht dehnt, überträgt sie Vibrationen fehlerlos. Sie spüren buchstäblich den Unterschied zwischen einem sandigen Boden, einem Zweig oder einem vorsichtigen Zander.
3. Dünner und stärker
Dyneema ist bei gleicher Tragkraft viel dünner als Nylon. Eine dünne Schnur bedeutet weniger Wasserwiderstand, wodurch Sie leichter fischen und viel weiter werfen können.
Der richtige Durchmesser: Wer, was, wo?
Ein häufiger Fehler ist, zu dick zu fischen. Je dicker die Schnur, desto mehr Wasser, Wind und Strömung wirken darauf ein.
Barsch (Finesse & Streetfishing)
Beim Barsch geht es um Geschmeidigkeit und Gefühl. Da Barsche oft mit leichtem Kunstköder gefischt werden, möchten Sie eine hauchdünne Schnur.
-
Empfohlener Durchmesser: 0.06mm bis 0.10mm
-
Warum: Damit werfen Sie kleine Wobbler und Shads weit und haben optimalen Kontakt, da Wasser, Wind und Strömung so wenig wie möglich darauf einwirken.
Zander (Jiggen & Vertikalangeln)
Die Zanderfischerei ist ein Spiel der Millimeter. Sie fischen oft mit Shads am Grund und die Bisse sind manchmal messerscharf, aber kurz.
-
Empfohlener Durchmesser: 0.10mm bis 0.14mm
-
Warum: Dünn genug, um die Strömung zu durchschneiden (wichtig am Fluss!), aber stark genug, um den Haken im harten Maul eines Zanders zu setzen.
Hecht (Allround & Große Kunstköder)
Beim Hechtangeln ist es meist weniger wichtig, dass die Schnur Wasser, Wind und Strömung durchschneidet.
Hechte sind starke Fische, bei denen während des Drills große Belastungen auf die Schnur wirken können, besonders mit schweren, weniger dämpfenden Ruten. Außerdem möchte man seinen Lieblingsjerkbait nicht verlieren, wenn man einen Perückenwurf macht!
-
Empfohlener Durchmesser: 0.18mm bis 0.25mm
-
Warum: Sie benötigen zusätzliche Zugkraft, um Ihre Köder aus den Wasserpflanzen zu ziehen und die Schläge eines großen Hechts abzufangen. Wenn Sie mit extrem schweren Jerkbaits fischen, können Sie sogar auf 0.33mm oder dicker gehen.
Der Goldene Tipp: Verwenden Sie einen Leader!
Dyneema ist großartig, aber es hat zwei Schwächen: Es ist unter Wasser relativ gut sichtbar und nicht sehr abriebfest gegen scharfe Zähne oder Steine.
Fischen Sie deshalb immer mit einem Vorfach (Leader):
-
Fluorocarbon (0.20mm - 0.40mm): Für Barsch und Zander (Unsichtbarkeit).
-
Stahl oder Titanium: Unverzichtbar beim Hechtangeln, um ein Durchtrennen zu verhindern.